Nostalgie-Moschtis
Die Kultur-Gruppe «Nostalgie-Moschtis» des Verkehrsvereins steht für den Unterhalt und den Betrieb des Kulturguts «Über hundertjährige Mostpresse». Sinn und Zweck der Nostalgie-Moschtis ist das Wiederaufleben der traditionellen Mostherstellung und diese mit Anlässen wie die der Schülermostete und dem Schaumosten für Gross und Klein, der Hittnauer-Bevölkerung näher zu bringen.


Aktuelles
17. Nostalgie-Moschtis-/Schüler-Moschtete 2025
Bei kühlem aber sonnigem Wetter war die diesjährige Schüler-Moschtete wiederum ein voller Erfolg. Der Moschtete vorausgegangen war die Züglete von der Scheune Luppmenpark in die Scheune Jampen an der Ghagetriedstrasse. In unzähligen Arbeitstunden fand die alte Moschti in neuer sehenswerter Infrastruktur ihren idealen Platz. Unser grosser Dank gilt Selina Bramato für die kostenlose Benutzung der Scheune und Peter Jampen für den Aufbau der Infra-struktur. Im Weiteren danken wir unseren Nostalgie-Moschtis Alfred Bosshart der mit fachlicher Unterstützung von Andreas Wegmann den speziellen, sehenswerten Treppenbau realisiert hat sowie Joseph Hartmann für die Revision der Moschti. Möglich wurde der Infrastruktur-Aufbau und der Treppenbau dank den umfangreichen Gratis-Holzlieferungen durch Berni Ade von der Jampen Holzbau AG.
Und so verlief die 17. Schüler-Moschtete am idealen neuen Ort:
Es ist 9 Uhr als 14 TV Hittnau Männer, an diesem Tag als Nostalgie-Moschtis des Verkehrsvereines, mit den letzten Vorbereitungen zur diesjährigen Schüler-Moschtete begannen und bei Kaffee und Gipfeli, die angemeldete Schülerschar der beiden 4. Klassen der Schule Hittnau erwarteten.
Um 9.30 Uhr war es so weit. 44 gutgelaunte SchülerInnen mit 3 Lehrpersonen trafen bei der Scheune Jampen ein.
Zum Äpfel auflesen Hoch zur Apfelmühle Gut verteilt ist halb gemostet
Nach einer kurzen Begrüssung wurden 3 Gruppen gebildet. Der Start in den Moschti-Tag begann für die erste Gruppe mit Traktor und Wagen zum Posten 1, Obst einsammeln. Mit der zweiten Gruppe gings direkt zum Posten 2, mosten mit der 110-jährigen Moschti. Die dritte Gruppe machte sich an das Bemalen der Mostflaschen-Etiketten beim Posten 3.
Im Laufe des Tages durchlief jede Gruppe mindestens einmal jeden Posten.
Mosten macht hungrig bei Gross und Klein, darum durfte auch ein Mittagessen nicht fehlen.
75 Portionen vom Grill mit reichlich Beilagen gingen rübis und stübis weg und der eigen gepresste Most à Diskretion floss reichlich.
Um 15.30 Uhr gings für die SchülerInnen mit je einer Flasche mit selbstgemalter Etikette und selbst gepresstem Most auf den Heimweg, nicht ohne sich bei den Nostalgie-Moschtis für den erlebnisreichen Tag zu bedanken.
Für die Nostalgie-Moschtis waren noch 2 Stunden Aufräumen und Reinigen der Mostpresse angesagt.
Zum Abschluss der wiederum gelungenen 17. Nostalgie-Moschtis-/Schüler-Moschtete ging es traditionsgemäss in die Villa Spörri zu Kaffee awegg und Kuchen.
Beim Etiketten malen Niemand zu klein um dabei zu sein Mosten macht hungrig
Nachfolgend noch einige Aussagen der SchülerInnen zur 17. Schüler-Moschtete:
Max: Mir häts am beschte gfalle uf em Traktor hocke.😊
Jael: Mir häts gfalle Öpfel zprässe.😊
Tom: Mir händ en feine Zmittag gha.😊
Kaya: Mir häts Etikette male sehr gfalle.😊
Ciro: Mir häts Moschte mega gfalle.😊
Lenja: Dä frischi Moscht isch super fein gsi.😊
Nola: Ich has cool gfunde uf em Buurehof.😊
Mir häts gfalle de ganz Tag mit de Chind dusse zsi; Debora Frei, Klassenlehrerin.
Die 17. Nostalgie-Moschts-/Schüler-Moschtete hat einmal mehr gezeigt, dass die traditionelle Schüler-Moschtete mit den Nostalgie-Moschtis auch in Zukunft gesichert werden muss.
Heinz Spiess






Historie

Es war im Jahr 2007 als die Faustballer der Männerriege Hittnau anlässlich eines Faustballturniers vom Organisator mit Süssmost der Marke Eigendruck bewirtet wurden. Männerriege und eigener Süssmost? Des Rätsels Lösung! Die Männerriege feiert jedes Jahr zusammen mit der Dorfbevölkerung ein Moschtifest mit Einsatz der alten Dorfmoschti. Die Hittnauer-Männerriegler fanden das einen super Anlass. Sowas könnten wir auch durchführen, gibt es doch in der Scheune vom Bauernhof Armenpfleger auch in Hittnau eine alte Moschti die jahrelang nicht benutzt wurde. Die Anfrage zur Benutzung der Moschti stiess bei der Besitzerfamilie auf offene Ohren und so wurde die hundertjährige Mosti in Fronarbeit wieder betriebstüchtig gemacht. Für den Antrieb der Mosti wurde ein ebenfalls hundertähriger, betriebstüchtiger Elektromotor gefunden. Somit stand der ersten Männerriegen-Moschtete nichts
mehr im Wege. Aufgrund der erfolgreichen Durchführung entstand die Idee die alte Tradition des Moschtens den Schülern von Hittnau näherzubringen. Mit dem positiven Echo der Schulgemeinde war die Männerriegen-/Schülermoschtete geboren. Ein Anlass der bis heute Bestand hat und jedes Jahr zwischen 40 und 50 Schülern ein altes Kulturgut näherbringt und sie dadurch wissen «wo Bartli den Most holt».
Im Jahr 2018 wurde bekannt, dass der Bauernhof Armenpfleger sowie die alte Moschti einer Überbauung geopfert werden sollte. Von der Männerriege wurde eine Rettungsaktion zum Erhalt der alten Moschti gestartet. Als Folge davon ging die Moschti in den Besitz der heutigen Nostalgie-Moschtis über. In Fronarbeit wurde die alte Moschti ausgebaut, in die alte Scheune Luppmenpark gezügelt und dort mit fachkundiger Unterstützung wieder eingebaut. Bis 2024 wurden an diesem Standort 7 Schülermoschtete und 2 Dorfmoschtete durchgeführt.
Aufgrund der Überbauung Alterswohnungen Luppmenpark mit geplantem Abriss der alten Scheune, musste wiederum ein neuer Standort gesucht werden. Dank dem grosszügigen Entgegenkommen der Familie Jampen konnte das Kulturgut «alte Moschti» am 11. April 2025 auf den Bauernhof an der Ghangetriedstrasse in Oberhittnau gezügelt und dort betriebstüchtig eingebaut werden. Es ist zu hoffen, dass dies der letzte Umzug war und die alte Tradition des Moschtens noch lange gelebt werden kann.
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